3. April 2012

Solider Saisoneinstand beim ersten MDC in Bautzen

Alljährlich trifft sich die versammelte ostdeutsche Mtb-Elite im sächsichen Bautzen an der schönen Spree um sich auf der abwechslungsreichen XC-Strecke rund um das Sportgelände am Humboldthain ordentlich das Laktat in die Beine zu pressen. Gut ausgeschlafen bummelten wir (Rumen Voigt und ich + Betreuerstab) also im bis oben hin vollgepackten Volkspassat auf der gut ausgebauten A4 zum Wettkampfort. Pünktlich trafen wir dann auch am Rennkurs ein und meldeten uns ohne Umschweife schnell an um noch ein paar Meter auf der gut bekannten und  zum Glück staubtrockenen Strecke rollen zu können. In guter Gesellschaft verging die Zeit bis zum mittäglichen Start des Hauptrennens sehr schnell und ehe ich mich versah stand ich schon in der vordersten Reihe beim 1. Lauf des berühmt-berüchtigten MDC 2012...

Wie vermutet legten die zahlreich angreisten tschechischen Sportfreunde links und rechts von mir auf den ersten geschätzten 50 Metern (ja, nur so lang ist die Startgerade!) mächtig los und ich sah von hinten zu. Der eine oder andere Spätbremser drückte sich halsbrecherisch im ersten Linksknick auch noch an mir vorbei und schon stand ich im ersten Stau an einer Engstelle - spitze!

Gut, dachte ich mir, das Rennen fordert jedes Jahr seine Opfer und so versuchte ich mich in der ersten Runde gekonnt zurückzuhalten um jedem Sturzrisiko zu entgehen - was mir auch erfolgreich gelang. In Runde zwei konnte ich dann einen guten Rhytmus finden und schnell war eine Kampfgruppe mit mir bekannten Gesichtern (Flo, Alex, Tomas Podrazil und Markus) gefunden. Auf den Geraden versuchte ich das Tempo immer hochzuhalten, da ich mich dort mit meinem neuen 29er-Geschoss am wohlsten fühlte und so konnte ich zur Rennmitte dann auch die Gruppe sprengen (bzw. meine Wegbegleiter verabschiedeten sich nach hinten). Den einen oder anderen Schnellstarter stellte ich im weiteren Rennverlauf auch noch und mit den großen Rädern unter`m Po fühlte ich mich sehr sicher auf der Strecke. Als ich mich dann so langsam in den Top-10 festgesetzt hatte stagnierte mein Vorwärtsdrang jedoch, da dieser bis dahin logischerweise einiges an Kraft gekostet hatte. Rumen war zu Beginn beneidenswert gut weggekommen und fuhr konstant ca. 20 Sek vor mir. Mein Ziel war natürlich ihn zu erreichen, was mir mit einer zügigen drittletzten Runde auch gelang... Jedoch war ich damit auch voll ans Limit gegangen und Rumen nutzte Ende der voletzten Runde meine Schwäche und entkam mir wieder - er bemerkte wohl dass bei mir nichts mehr ging ;-). Ich stellte mich also schon auf eine lockere Ausrollrunde ein, als von hinten erschreckend schnell der mir gut bekannte Cross-Experte Tomas Podrazil näherkam - schöner Mist! Ich hielt natürlich so gut es ging dagegen, doch ich war ehrlich gesagt zu platt um dann am Ende des letzten Anstiges hinauf zum Start- / Zielgelände noch Gegenwehr zeigen zu können. Der Wille war stark, doch die Beine waren eben komplett zu! Als solider Zehntplatzierter überquerte ich kurz darauf nach knapp 1:27 h die Ziellinie. Der Sieg ging übrigens an Lukas Sablik vom tschechischen Profiteam Rubena Auto-Mencik Specialized, meinen Respekt und Glückwunsch! Nichts desto trotz war ich sehr zufrieden mit dem Gefühl während meines ersten Rennens der noch frischen Saison. Platz 10 klingt zwar nicht so berauschend, fünftbester Deutscher dafür umso mehr ;-). Der RSV Bautzen und die Zuschauer erlebten damit erneut ein hochklassiges Eliterennen, bei dem diesmal unsere tschechischen Landsmänner deutlich die Oberhand über das Renngeschehen behielten - Hut ab! Die nächsten Rennen können also kommen und mit dem Kellerwald-Bikemarathon habe ich ja sowieso noch eine Rechnung offen! Am Osterwochenende werde ich aber erstmal die liebgewonnen Radsportkollegen beim Sachsenringradrennen vom Streckenrand aus bei ihrer (bestimmt wieder fürstlichen) Schinderei anfeuern...

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