28. Mai 2012

Soloritt am Inselsberg wird mit Platz 5 belohnt

Und schon wieder klingelte gestern früh 5 Uhr der Wecker um wie bereits am Wochenende zuvor zum Radrennen aufzubrechen. Diesmal ging`s allerdings nach Thüringen in den kleinen Ort Tabarz zum 2. Inselsbergmarathon. Die Zeit der Anreise, Anmeldung sowie des Warmfahrens vergingen in Gesellschaft guter Bekannter sehr schnell, sodass wir uns alle pünktlich 9 Uhr am Start einfanden. Da ich die Strecke rund um und über den Inselsberg leider nicht kannte und nur schlimme Geschichten von 30%-Anstiegen und verkrampften Sportlermuskeln gehört hatte, war mir schon etwas mulmig vor dem Rennen.
Da wurde das Rennen auch schon eröffnet und gleich an der ersten Welle war schnell klar wer an diesem Tag Ambitionen auf eine vordere Platzeriung im Gepäck hatte. Hinter dem deutschen Masters-Meister im XC und langjährigem Trainings- und Leidensgenossen Lutz Baumgärtel (Scott Generation) ging es sportlich schnell in den ersten Singletrail und danach auch in den ersten langen Berg. Hier sortierten sich mit Christian Kreuchler, Micha Schuchardt (beide Texpa-Simplon) und natürlich dem momentan unaufhaltsamen Sebastian Stark (Tbr-Biehler) gleich auch meine drei härtesten Gegner an der Spitze ein. Ich hing ging das recht hohe Tempo mit und bereits nach einigen hundert Metern hatte sich hinter uns ein erschreckend großes Loch aufgetan...

Normalerweise freut man sich (wenn man vorn dabei ist) über eine solche rennentscheidende Situation bereits zu Beginn des Wettkampfes, doch da ich eigentlich auch zu dem Zeitpunkt schon  fast am Limit war und Christian vorn noch ziemlich locker aussah entschied ich mich schwerenherzens bereits Ende dieses ersten langen Anstiegs die Gruppe fahren zu lassen. Kurz darauf schloss eine Fahrer des Foscus-Rapiro Teams zu mir auf. Er machte guten Druck und in seinem Windschatten konnte ich gut mitrollen. Bis auf ca. 10 Sek kamen wir so auch wieder an die Spitzengruppe ran, doch die Jungs wissen auch wie man Rennen fährt und hielten uns zunächst gut auf Distanz. Ich entschied mich auch hier wieder mein eigenes Tempo weiterzufahren, denn die erste Überquerung des gefürchteten Inselsbergs stand ja noch bevor. Immer in Sichtweite zur Spitze, die ca. 45 Sek weg war, schraubte ich mich dann in Richtung höchtsten Punkt der Strecke. Und tatsächlich, auf den letzten (zum Glück asphaltierten) Metern hinauf zum Plateau des Inselsbergs, war der Weg so steil dass ich mit meiner Übersetzung von 26 zu 36 Zähnen gerade so im runden Tritt fahren konnte - ein Wahnsinn!

Vollgas im steilsten Stück der Inselsbergauffahrt, by mtb-tabarz.de
Danach folgte eine herrliche Singletrailabfahrt mit Wurzeln, kleinen Sprüngen und einigen Anliegern, was natürlich für viel entschädigte. Damit war dann auch die ersten von zwei 32 Km-Schleifen beendet und bei der Rundendurchfahrt wurde mir beim Flaschenwechsel von meinem Pap ein Abstand von gut 1 Min auf die Spitze signalisiert. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher den Anschluss nach vorn wieder finden zu können, denn ich fühlte mich nach wie vor sehr gut. Auf den nächsten Kilometern zog ich also gut durch, doch keiner der Vorrausfahrenden kam in mein Sichtfeld. Als ich dann auch am Anstieg zum Inselsberg niemanden vor mir sah und von hinten auch keiner mehr kam, fuhr ich das Rennen zügig aber ruhig zu Ende und lies mir auch den Spass auf der letzten Abfahrt nicht mehr nehmen. Nach einer über zweistündigen Solofahrt erreichte ich nach gut 2:53 h dann auch zufrieden das Ziel. Dort wurde mir dann auch gesagt dass der Abstand nach vorn wohl doch größer war als gedacht, naja... Rang 5 gesamt und 4ter in der Altersklasse waren nicht dass was ich mir erhofft hatte, aber doch zufriedenstellend nach einem einsamen Kampf gegen den Wind über fast die gesamte Distanz. Etwas schade dass ich mich in der Anfangsphase nicht so gut wie sonst gefühlt habe, aber die Renneinteilung (erste und zweite Runde nahezu gleichschnell) hat gepasst und auch der Spaß an den schönen Trails blieb nicht auf der Strecke. Wiedermal Glückwunsch an Sebastian, der das Rennen selbst mit Laufradschaden für sich entscheiden konnte!

Am kommenden Sonntag geht`s dann wiedermal zum Traditionsrennen, dem Erzgebirgsradrennen, nach Markersbach. In den letzten beiden Jahren konnte ich dort mit den Plätzen eins und zwei immer aufs Podest fahren. Das ist natürlich auch in diesem Jahr wieder das Ziel und ich freue mich schon auf den Schlagabtausch am Fichtelberg. Die Favoritenrolle scheint momentan natürlich klar an den derzeit stärksten Fahrer des Tbr-Biehler Teams vergeben zu sein, doch ich rechne mir mit einer guten Tagesform auch einiges aus und werde darum versuchen um den Sieg ein Wörtchen mitzureden...

1 Kommentar:

  1. sieht gar nicht so steil aus..ist doch nur gestellt;) ach und üb mal lieber bissl geländefahren...gute besserung!

    AntwortenLöschen