25. Juni 2012

Endlich hat mal Alles gepasst - Mad East Challenge 500

Eins vorweg: Nach vielen Tiefpunkten bedingt durch Defekte, fehlendes Leistungsvermögen und vergebene Chancen bei den vergangenen Teilnahmen der Mad East Challenge (MEC) lief diesmal eigentlich nahezu alles perfekt! Die nötige Form war da, das Material hat super durchgehalten, das Wetter hat in diesem Jahr ausnahmsweise mal mitgespielt und den Funken Glück hatte ich auch noch...

Hier nun die Zusammenfassung "meiner" diesjährigen Mad East Challenge 500 vom 22.-24.06:

Prolog am Freitag über 7 Km & 240 Hm

Die Geschichte beginnt am Freitag Nachmittag in Chemnitz auf der Zschopauer Straße gegen 16 Uhr kurz vor der Südringauffahrt. Kurzzeitig sah ich dort aufgrund heftiger Stauerscheinungen durch den alltäglichen Feierabendverkehr meine diesjährige Teilnahme an der MEC schon in weiter Ferne, doch mit einer guten Kurventechnik und den etwas breiteren Sommerpneus konnte ich einige Minuten auf dem Weg ins entfernte Geising wieder aufholen. Punkt 17.30 Uhr parkte ich etwas nervös auf dem letzten freien Rollstuhlfahrerparkplatz (sorry dafür) nahe der Geisinger Sporthalle ein, zog mich in Windeseile um, machte das Rad startklar und gesellte mich mit fix organisierter und dilletantisch befestigter Startnummer in die erste Reihe des letzten Startblocks des Tages - geschafft, zum Glück... Ohne auch nur einen Meter Warmgefahren zu sein (das ist mir noch nie passiert) ging wenige Minuten später auch schon die Post ab und am Hinterrad des deutschen Masters-Meisters im XC Lutz Baumgärtel knallte ich den Startberg hinauf.
Im Wiesenasntieg beim Prolog der MEC 2012, by R. Gebler / www.madmission.de
 Oben angekommen zog ich auf dem ersten Flachstück das Tempo gleich nochmal an, um den Anderen keine Gelegenheit zum Verschnaufen zu geben. So bildete sich auch schnell eine dreiköpfige Spitzengruppe mit Sebastian Stark (Tbr-Biehler), Micha Schuchardt (Texpa-Simplon) und meiner Wenigkeit. Bis an den höchsten Punkt der Strecke sah alles nach einem Dreikampf an der Spitze aus, doch da hatten wir die Rechnung ohne Udo Müller vom DSC gemacht. Mit seinem herrlichen Specialized 29er-Fully à la Kulhavy krachte er unaufgefordert an uns in der Einfahrt zum Downhill vorbei. Dumm nur dass er sich an einer der kleinen Schikanen sogleich ins Gras legte und wir alle brav warten musste ehe sich der Dresdner wieder aufgerappelt hatte. Rad an Rad ging`s dann mit Vollgas weiter hinunter nach Geising. Hier bedeutete Platz Vier der letzten Startgruppe nach nur 17 Minuten und 41 Sekunden gleichzeitig auch gesamt hinter Tom Ettlich, Schuchi und Sebastian den vierten Platz bei den Herren und Gesamtrang 7 nach der ersten von drei Etappen. Das ungeliebte Brennen in der Lunge und in den Beinen gab`s gratis dazu. Damit konnte ich erstmal gut leben, auch wenn ich mich etwas über den fehlenden Biss im Zielsprint und den damit vergebenen Podestplatz in der Altersklasse ärgerte. Ausgefahren habe ich mich dann aber wenigstens anständig und am Abend meinen schärfsten Konkurrenten noch vorbildlich bei der Siegerehrung zugejubelt...

2. Etappe am Samstag, 82 Km und 2750 Hm


Nach ausgiebiem Studium des MEC-Roadbooks und der Erfahrung der letzten Jahre wusste ich ungefähr was mich auf dieser Etappe nach dem Startschuss um 10 an der Geisinger Sporthalle auf den über 80 Km so erwarten würde. Zunächst rollten wir recht gemütlich in einer großen Spitzengruppe bis zum ersten längeren und vor Allem steilen Anstieg nach Bärenfels. Dort setzten wir (Sebastian, Torsten Mützlitz, Stefan Danowski, Micha, der Tscheche Veverka  und ich) uns dann endlich entscheidend vom Rest des nervösen Feldes ab. Zunächst ging es gemeinsam über die Altenberger Bobbahn wieder in Richtung Geising, doch Sebastian zeigte an nahezu jedem Berg das der Sieg heute nur über ihn geht. In einem wirklich ekelhaft-verwurzelten Singeltrail, in dem ein rundes Fahren selbst mit einem 29er nicht möglich war, zog Sebastian anscheinend ungewollt durch und am folgenden Anstieg kurz vor Geising konnte nur unser tschechischer Begleiter folgen. Die beiden entschwanden mir bzw. uns relativ schnell und an der Verpflegung in Geising war der Abstand schon auf ca. eine Minute angewachsen. Dano schaute sich das aber nicht lange an und setzte sich an die Spitze unserer kleinen Verfolgergruppe. Schuchi und ich hatten dabei Mühe mitzuhalten, nur Torsten erzählte die ganze Zeit irgendwelche Geschichten aus seinem bisherigen Radfahrerdasein - unglaublich der Typ! Wir gingen entgegen meiner Erwartungen trotzdem noch gemeinsam in die lange Abfahrt nach dem Anstieg zum Mückentürmchen in Richtung "Grüne Hölle", und schon nach wenigen Metern stand Veverka mit Hinterradschaden verwirrt am Wegesrand. Unten im letzten Abschnitt des ruppigen Singletrails, fast am tiefsten Punkt der Strecke angekommen,  flehte mich auch der bis dato Führende Sebastian mit Plattfuß um Hilfe an. Leider stellte sich nach kurzem Gespräch heraus dass ich die falschen CO2 - Kartuschen dabei hatte und so musste ich ihn fluchend ohne Hilfe im tschechischen Niemandsland zurücklassen. Nun vorgespült auf Tagesplatz Vier ging ich einige Sekunden hinter Schuchi, Dano und Torsten in den ewig langen (aber letzten) Anstieg. Ich musste von da an jedoch mein Tempo fahren um nicht auf den finfalen Kilometern noch richtig einzubrechen und so rettete ich mich dann auch mit nur rund 25 Sekunden Rückstand auf Platz 3 nach 3:48:20 h ins Ziel. Schuchi vor mir erging es nicht besser, nur Torsten und der Tagessieger Dano konnten sich richtig quälen und so nochmal einige Minuten für die Gesamtwertung rausholen. Die Defektorgien von Sebastian und dem tschechischen Rock Machine-Fahrer zeigten mit wieviel Glück ich doch auf dieser Etappe unterwegs gewesen war - puuuhhh!

3. Etappe am Samstag: 75 Km mit 2000 Hm 

Der letzte Tag der MEC begann auf dem Altenberger Skihangparkplatz mit einer faustdicken Überraschung: Dano hatte über Nacht mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen und musste so seinen Start der letzten Etappe absagen. Damit rutschte ich wieder einen Platz in der Gesamtwertung nach vorn: Rang 3 hieß es jetzt! Nach hinten und vorn war aber nicht viel Luft, sodass es auf den 75 Km nochmal spannend werden konnte! Eine feine Sache, so ein Start zur letzten Etappe gleich senkrecht den Skihang hinauf - zumindest wenn man in der ersten Startreihe steht. Allen anderen Teilnehmern, die hier staubedingt bis hoch schieben mussten, will ich nochmal meine Beileid ausdrücken...

Start zur 3.Etappe am Altenberger Skihang, by R. Gebler (www.madmission.de)
Oben angekommen fuhren wir erstmal in einer großen Gruppe über die flachen Wiesen und Wege. In der ersten richtigen Abfahrt konnte ich mich an die Spitze setzen und schön durchziehen. Unten waren wir dann nur noch gut 10 Leute, Schritt eins war also gemacht.Gemeinsam mit Sebastian diktierte ich vorn das Tempo an den folgenden Anstiege, sodass die Gruppe langsam weiter zerbröselte. Mein direkter Verfolger Veverka hatte zusehens Probleme und musste bald darauf abreisen lassen - gut so dachte ich! Am steilen Asphaltanstieg in Holzhau rollte zwar nochmal einige Fahrer heran, aber an jeder Welle zeigte sich wer Schwierigkeiten hat. So kam es dann auch dass wir uns in der Auffahrt zur Rauschenbachtalsperre wieder gut absetzen konnte und von da an zu fünft unterwegs waren. Neben Sebastian, meiner Wenigkeit, Schuchi und Torsten war diesmal noch Sebastian Geimecke dabei. Im langen Asphaltanstieg am Flößergraben auf tschechischer Seite lies Sebastian dann nichts anbrennen und verabschiedete sich wie zu erwarten war entgültig nach vorne. Geimecke bekam auf den folgenden Kilomtern, vielleicht auch aufgrund seiner etwas unrhythmischen Fahrweise, zusehens Probleme das Tempo mitzugehen und so liesen wir ihn dann auch am letzten langen Zieher zurück. Da in der Gesamtwertung damit nicht mehr viel passieren konnte, konzentrierte ich mich von hier an auch auf einen guten Tageszieleinlauf. Am Hinterrad von Torsten sprintete ich dann in den letzten Singletrail und überraschte damit (wie geplant) meine beiden Mitstreiter. Danach boten sich nahezu keine Überholmöglichkeiten mehr bis ins Ziel und so konnte ich mir zufrieden Rang Zwei (hinter dem souveränen Sieger Sebastian Stark) in der Tagewertung sichern und zudem auch Rang 3 nach 7:05:38 h Geamtfahrzeit für alle drei Etappen verteidigen! Nach zwei fünften Plätzen und dem riesigen Pech im letzten Jahr durch Schaltwerksverlust am 2ten Tag, freue ich mich jetzt natürlich umso mehr über das tolle Ergebnis! Meinen Glückwunsch auch noch an Torsten zum Gesamterfolg und an Schuchi zu Platz 2! Alle Beteiligten wissen jedoch auch dass ohne das Pech von Sebastian und Danos gesundheitliche Probleme es nochmal sehr interessant geworden wäre was die Podestplätze der Gesamtwertung angeht... Neben den genannten Einzelresultaten, konnte ich noch gemeinsam mit Schuchi und Dano die hart umkämpfte Teamwertung der MEC 2012 gewinnen - Danke an euch Beide und gute Besserung Dano!

Nach diesen drei kräftezehrenden, aber überaus motivierenden Tagen, freue mich jetzt erstmal auf eine kleine Erholungsphase mit einigen Ruhetagen und einem anschließenden gezielten Formaufbau in Richtung EBM Seiffen und die Trans Schwarzwald im August!

1 Kommentar:

  1. Na Glückwunsch! :-) Ich wollte auch noch darauf hinweisen, dass Seiffen einen neuen Favouriten sucht! Hau rein

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