3. Juni 2012

Sieg am Fuße des Fichtelbergs!


Mein erstes richtiges Radrennen fuhr ich im Jahr 2000 mit der Startnummer 534 beim Erzgebirgsradrennen in Markersbach. Damals musste ich auf der „Fichtelbergrunde“ zirka 5 Km vor dem Berggipfel völlig dehydriert vom Rad steigen und warten bis die Krämpfe in beiden Beinen nachlassen, um anschließend weiterfahren zu können. Im Ziel war ich dann völlig fertig, aber mit meiner Fahrzeit um 2,5 h ganz zufrieden. Irgendwas um Platz 240 sprang damals für mich raus… Ein gewisser Guido Aßmann war damals der strahlende Sieger am Ferienhotel Markersbach, er kam zu dem Zeitpunkt rund eine Stunde vor mir in`s Ziel – der helle Wahnsinn!

Seitdem ist viel Zeit vergangen und ich bin viele Radrennen gefahren, doch die Atmosphäre in Markersbach ist immer wieder einzigartig. Also packte ich auch jetzt wieder meine Sachen um nach unzähligen (erfolgreichen) Teilnahmen auch diesmal wieder mein Rad an den Start zu schieben. In aller Ruhe warmgefahren, den einen oder anderen Schwatz gehalten, stand ich dann pünktlich 11.15 Uhr in vorderster Reihe des 14. Erzgebirgsradrennens 2012. Schon an der ersten Asphaltrampe setzte ich mich an die Spitze des Feldes um den Überblick zu behalten. Dort flog auch mit rund 30 km/h Überschuss das einzige Elektro-Bike, gesteuert von einem rüstigen älteren Mann, an mir vorbei. Er leistete sich wohl nach Aussagen von Zuschauern ein Rennen mit dem Führungsmotorrad, aber ich kenne ja zum Glück die Strecke ganz gut.

Gemütlich ging es dann hinauf zum Oberbecken und relativ rasant wieder hinab zum Ephraimhaus, wo dann auch das Rennen endlich richtig „eröffnet“ wurde. Zunächst setzte sich Markus Werner (Tbr-Biehler) an die Spitze. Ich konnte das entstandene Loch schnell schließen und das recht hohe Tempo auch weiterfahren. Nachdem aber Markus reisen lassen musste fand ich mich (eher als mir lieb war) gemeinsam mit meinem persönlich schärfsten Konkurrenten in Form von Sebastian Stark, ebenfalls Team Tbr-Biehler, allein an der Spitze wieder. Ich zog erstmal weiter durch und schnell wuchs die Lücke nach hinten auf über 20 Sekunden. Sebastian konnte oder wollte (das war mir in diesem Moment unklar) nicht in die Führung fahren und so fuhr ich weiter von vorn. So ging das ein paar Kilometer weiter, bis ich dann auch etwas frustriert das Tempo rausnahm und zusehen durfte wie der Vorsprung dahinschmolz. Doch alleine wollte ich auch nicht die ganze Arbeit machen! Kurz darauf war die ganze Bande also vorn wieder beisammen. Bis zur Biathlonarena am Fichtelberg blieben wir (bis auf ein paar kleinere Attacken) auch zusammen. Rumen Voigt (Team Project X/RSV Auto-Riedel) holte sich dann verdient die Bergprämie vor den Augen seines hocherfreuten Sponsors Udo Stein. Nach einem kurzen Flaschentausch ging es dann hinab in die schnellen Abfahrten Richtung Markersbach.

In der Abfahrt nach dem Fichtelberg, by bike-pixx.de
 Ich verpflegte mich nochmal ordentlich mit allerhand zuckerreichen Substanzen ehe wir in die zwei letzten Aspahltwellen fuhren. Dort  konnte ich auch erneut mit Sebastian (und Rumen) ein Loch reisen, doch der Vorsprung nach hinten reichte nicht aus und so fuhren wir mit insg. acht Leuten gen Ziel. Ich hatte mir die letzten Meter der Strecke beim Warmfahren nochmal genau angeschaut und an Position zwei ging ich in den finalen Anstieg. Ich erhöhte auch gleich das Tempo, da ich keine Lust auf weitere taktische Spielereien hatte und mich gut fühlte. Doch Niemand fuhr an mir vorbei!?! Also drehte ich mich rund 200 m vor dem Ziel nochmal um, doch das Loch nach hinten war da schon groß genug. So konnte ich dann auch sicher die letzten Meter bis zur Ziellinie hinter mich bringen und den Sieg  einfahren (mit einer Fahrzeit von 1:37 h ungefähr eine Stunde schneller als 2000). Der Gewinner von vor 12 Jahren, Guido Aßmann, wurde in einem starken Finish übrigens Zweiter vor einem von sich selbst etwas überraschten Julius Wagler! Es war also wieder ein guter Tag für mich am Fichtelberg, der viel Auftrieb gibt und für die vielen Stunden im Sattel mehr als entschädigt!    

Zielsprint in Markersbach, by http://www.tbr-bike-team.de/
Hier die "Top-Ten" vom Erzgebirgsradrennen über 47 Km:

  1.




HeinkeSascha          Firebike-Drössiger


01:37:33,0
  2.




AßmannGuidoTBR-biEHLER


01:37:39,0
  3.




WaglerJuliuswww.TEAM-VOGTLAND.de     


01:37:40,0
  4.




StarkSebastianTBR-biEHLER


01:37:41,0
  5.




VoigtRumenRSV Team Auto-Riedel 


01:37:50,0
  6.




WauschkuhnBastianTBR-biEHLER


01:38:01,0
  7.




WernerMarkusTBR-biEHLER


01:38:07,0
  8.




Rudolph         MartinbiEHLER Werksteam


01:38:15,0
  9.




Dittmann DannyFAST-Zweirad-HAUS e.V.


01:39:04,0
10.




StahnOliverMad East Challenge 500


01:39:58,0


Kommentare:

  1. Saschis Geolehrer4. Juni 2012 um 20:59

    Geografiestunde 5te Klasse, wo liegt der Fichtelberg, wo liegt Markersbach? Saschi war Kreide holen

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  2. Sei froh, dass der Berg alle war am Ende, sonst wäre ich noch vorbeigeflogen ...;-)

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  3. So muss da sein :-) Herrlich! Gruesse und weiterhin nen fetten Druck auf dem Pedal :-)
    Steffen

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  4. Herzlichen Glückwunsch zum Sieg. An das Rennen 2000 kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Nachdem ich Guido Aßmann über die ganze Strecke hinweg "gezogen" hatte und er am letzten kleinen Anstieg davon geflogen ist. Dafür gab es eine Revanche 2002:-).

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