15. September 2013

Glück im Unglück beim DTM

Da fährt man nun gut 10 Jahre Radrennen, kennt fast jede sächsische Veranstaltung "aus dem Effeff" und lässt sich in Sachen Radsport eigentlich nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen, aber das was mir da gestern beim Eibenstocker Drei-Talsperren-Marathon passiert ist kann man eigentlich Keinem erzählen... Ein typischer Anfängerfehler eben!

Eigentlich verlief die gesamte Rennvorbereitung vom morgendlichen Frühstück, über die Anreise, bis hin zur Startaufstellung wie immer ohne besondere Vorkommnisse. Doch als mich rund 10 Sek vor dem Start Andreas Bäßler , alias "Ente", freundlich darauf hinwies dass ich meinen Transponder nicht am Handgelenk trage, brachte mich das erstmal kurz aus dem Konzept und in sekundenschneller Absprache mit einem Rennverantwortlichen (der mir unmissverständlich klarmachte dass ohne Transponder auch keine Wertung erfolgt) entschied ich mich nochmal zum Auto zu sprinten um den Transponder zu holen. Also fuhr ich in solider Eliminator-Spint-Manier zu meinem Pkw, währenddessen im Hintergrund die knapp 500 Starter pünktlich 9.45 Uhr die 50 Km-Strecke in Angriff nahmen. Geschätzte zwei Minuten gingen verloren ehe ich mich neben allerlei Genussradlern um Position 300 wieder in die neutralisierte Startphase durch die Eibenstocker Innenstadt einordnen konnte. So waren natürlich alle im Vorfeld gemachten Überlegungen zu einer cleveren Renneinteilung mit einem Schlag zur Nichte gemacht und die Parole hieß ab sofort Vollgas, um vielleicht doch noch zur Spitzengruppe aufschließen zu können!  Erstaunlicherweise konnte ich bis zum ersten Anstieg schon einige Plätze im dichten Getümmel gutmachen und pflügte auch binnen der folgenden höhenmeterreichen Kilometer weiter durchs Feld. Ende des ersten längeren Berges konnte ich dann endlich Sichtkontakt zur ca. zehnköpfigen Spitze herstellen. Ungelegen kamen mir natürlich die folgenden langen windigen Schottergeraden, denn während dort die Jungs ganz vorn offensichtlich recht locker kurbelten, musste ich mir hier immer das Weiße aus den Augen fahren um den Abstand nicht wieder größer werden zu lassen. Im steilen Carlsfelder Asphaltanstieg wurde ich zwar von allerlei Anwohnern nochmal ordentlich angefeuert, konnte das Loch aber immernoch nicht schließen. Des Öfteren ging der Puls über 200 Schläge/Min und an Entspannung war weiterhin nicht zu denken, denn das nächste Flachstück in Richtung Auersberg folgte bereits. Zu meinem Glück schien sich die Spitzengruppe etwas uneinig zu sein, sodass mir doch tatsächlich auf der Asphaltstraße am Fuße des Auersberges der Anschluss gelang. Gezeichnet vom einstündigen Einzelzeitfahren hielt ich mich erstmal zurück und versuchte mich mit zwei Gels und einer Flasche Iso (gereicht  durch Frau Stark - Danke dafür!) wieder zu stärken. Das Tempo in der Gruppe war sehr moderat und die Stimmung gut, sodass ich am Blauenthaler Wasserfall wieder einigermaßen bei Kräften war. Dort zog dann auch der Oldie Jens Küllig das Tempo etwas an, worauf bereits einige Mitstreiter - spätestens auf dem folgenden Flachstück - sichtlich an ihre Grenzen kamen. Trotzdem rollte die Gruppe wieder zusammen und das Spiel begann von Neuem. Die letzte Talsperrenquerung nahe Eibenstock war auch schnell verflogen und die Entscheidung im Rennen sollte wie in jedem Jahr wieder am letzten leicht ansteigenden Feldweg hinauf zum Start- / Zielgelände fallen. Mit acht Fahrern rollten wir nach der Straßenquerung unten in den Anstieg hinein und vorn beschleunigte Benjamin Michael (Team Alpspire). Schnell lösten sich Benjamin, David Seidel (SV Sparkasse Erzg.) , Sebastian Ortmann (Team Stein Bikes) und ich von den Anderen. Benjamin zog vorn gut durch, doch mit einem unwiderstehlichen Antritt konnte sich David an ihm vorbeischieben und sofort einige Meter absetzen. Auf dem letzten ansteigenden Teerabschnitt schnappte ich mir mit letzter Kraft noch Sebastian und Benjamin, doch David war hier schon zu weit enteilt und mein Akku nun auch vollkommen leer. Nach der Stadioneinfahrt änderte sich darum auch nichts mehr und so kam ich nach einem für mich turbulenten Rennverlauf als guter Gesamt-Zweiter ins Ziel. Sebastian finishte direkt hinter mir, knapp vor Benjamin. Ende gut - Alles gut! Klar ärgerte ich mich im Nachhinein über den vergessen Transponder, aber zufrieden mit meiner Aufholjagd konnte ich trotzdem sein.

Nach einer angenehm entspannten Rennnachbereitung inkl. vieler interessanter Gespräche, einer kurzweiligen Siegerehrung (leider in Abwesenheit des Siegers und des Drittplatzierten ?!?) im Festzelt bei lecker Kaffee und Kuchen, trat ich guter Dinge wieder den Heimweg an. Ohne die zwei Minuten Zeitrückstand vom Start wäre diesmal hier wohl noch mehr drin gewesen, aber "hätte hätte Fahrradkette"... Die Form scheint jedenfalls nochmal ganz passabel zu sein und so bin ich umso gespannter was Anfang Oktober beim obligatorischen Adelsberger Bikemarathon noch so geht! Die folgenden CycloCross-Rennen der diesjährigen Bioracer-Querfeldeinserie (ab Mitte Okt.) stehen übrigens auch schon fest im Terminplan! ;-)

1 Kommentar:

  1. und ich dachte schon beim gbm hast du dich dumm angestellt..mal sehen was dir beim abm einfällt..

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