18. August 2014

Schnell - Schlammig - Schöneck...

Mit herbstlichen 10 Grad Aussentemperatur, Nieselregen und dicken Nebelschwaden begrüßte der Vogtland Bike Marathon auf dem Balkon des Vogtlandes in Schöneck gestern seine zahlreich erschienen Pedalritter zur Startzeit um 10 Uhr am IFA Ferienpark.

Ich war also froh über meine Entscheidung "lediglich" eine Runde über 35 verschlammte Kilometer und die Contipneus zu nehmen. Nach einer kühlen, da noch neutralisierten Einführungsrunde bis zum tiefsten Punkt der Strecke (ganz unten am Schönecker Skihang), wurde das Rennen freigegeben und zunächst formierte sich auf dem Weg hinauf zum Ferienhotel eine große Führungsgruppe. Das Tempo war bis dahin moderat, sodass zahlreiche Fahrer vorn zusammen blieben. Nach den folgenden flachen Kilometern zog ich zunächst im ersten schlammigen Wiesenabschnitt das Tempo etwas an, sodass sich die Gruppe schön entzerrte. Natürlich rollte Alles wieder zusammen, aber meine Beine fühlten sich schonmal ganz brauchbar an... Auf den anschließenden Kilometern des ersten Streckenteils rund um die Talsperre Muldenberg war das Rennen ziemlich hektisch. Im letzten verwurzelten Singletrailabschnitt zurück in Richtung IFA-Hotel formierte sich dann endlich eine überschaubare Spitzengruppe mit weniger als 10 Fahrern. Durch ausreichend Streckenkenntnis konnte ich des Öfteren wertvolle Körner sparen und trotzdem gemeinsam mit einem momentan überaus starken Markus Werner (Vogtland Bike) das Tempo gestalten. In der Auffahrt am Skihang nahe der Ortschaft Werda setzten wir Beide uns gemeinsam mit Toni Rudolph (Scott Mio) dann endlich entscheidend von unseren übrigen Begleitern ab. Doch die nächsten ansteigenden Kilometer (nach einer schlammigen Zwischenabfahrt) mussten wir nochmal durchziehen, um den Vorsprung ausbauen zu können. Toni fiel kurz darauf, in einem Steilanstieg mitten im Wald, auch noch zurück. Markus konnte in dieser Passage sensationell bis ganz oben durchfahren, wohingegen ich mir im Laufschritt nur einigen Sekunden Rückstand einhandelte. Von da an gingen wir als Duett auf die letzten Rennkilometer in Richtung Schöneck. Markus hätte hier eindeutig noch schneller fahren können, bewies aber Anstand und blieb an meiner Seite. Ich erholte mich auch langsam wieder, sodass der Vorsprung nach hinten schnell anwuchs. Nach einer flinken  Innenstadtrundfahrt und Querung des Skihanges gingen wir Rad an Rad in den letzten steilen Schotteranstieg des Tages hinauf zum Zielgelände. Markus setzte sich schnell um gut 10 Sek ab, was mich nicht verwunderte. Meine Beine waren müde aber trotzdem noch Ok, jedoch war gegen Herrn Werner hier heute nix zu machen. Ich verwaltete also relativ entspannt (da von hinten keine Gefahr mehr drohte) meine übrigen Kräfte, schloss den Trikotreißverschluss für die Zielfotos und freute mich nach gut 1,5 h Renndauer völlig verdreckt über meinen Zweiten Gesamtrang und damit den Sieg in der Herrenklasse! Die anschließende Kartoffelsuppe und das leckere Hefeweizen vor der ertragreichen Siegerehrung schmeckten in netter Gesellschaft dann auch vorzüglich. Ich bin 2015 auf jeden Fall wieder in Schöneck am Start!

Siegerehrung in Schöneck, by Thomas Weschta

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